Astralleib

Tier und Mensch folgen aber nicht nur den Gesetzen von Raum und Zeit, sie haben auch seelisches Innenleben. Wo seelisches Leben sich regt, wo Bewusstsein sich äussert, vollzieht sich auf der Ebene des Lebens der radikale Umschwung vom pflanzlichen zum tierischen Stoffwechsel, der auf Abbau gegründet ist. Die Pflanze, die neben dem physischen Leib nur einen Ätherleib besitzt, hat einen assimilierenden Aufbaustoffwechsel. Das Tier hingegen und auch der Mensch verdanken ihre seelische Regsamkeit, ihre Bewegungsfähigkeit und das Vermögen, Laute von sich zu geben, der Atmung, die die Verbrennung (oxidativer Abbaustoffwechsel) ermöglicht.

So verfügen Tier und Mensch im Gegensatz zur Pflanze über ein weiteres Wesensglied den Empfindungsleib (neben dem physischen Leib und dem Ätherleib, welche auch die Pflanze hat). Steiner nennt dieses Wesensglied den Astralleib (einem älteren Ausdruck folgend, nach Astrum = Stern), um deutlich zu machen, dass er die Gesetze der gesamten kosmischen Ordnungen enthält, in die auch die Erde als Weltenkörper einbezogen ist.

Die den Lebensvorgängen innewohnenden Triebkräfte werden als Begierden, Wünsche, Neigungen ebenso durch diesen Astralleib bewusst gemacht wie die Gesetze der Vernunft und der Moral. Sympathie und Antipathie, d.h. die innere Bewegungsdynamik des Gefühlslebens, sind dabei die bestimmenden, orientierenden Kräfte. Freude und Schmerz, Lust und Unlust sind die bildenden Kräfte des seelischen Erlebens.