Verdauungsbeschwerden

Beschwerden

  • Blähungen
  • Druck im Oberbauch, Völlegefühl
  • Bauchschmerzen, krampfartige Schmerzen im Oberbauch
  • Aufstossen
  • Sodbrennen
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Verstopfung

Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

Schmerzen

  • Bei plötzlich auftretenden heftigen Schmerzen
  • Wenn bei sonst geregelter Verdauung kein Stuhlgang erfolgte,
  • der Bauch hart und schmerzhaft wird und
  • Übelkeit und Erbrechen auftreten
  • Wenn Schmerzen in zeitlichem Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auftreten, nach Nahrungsaufnahme schlimmer oder besser werden
  • Wenn die Beschwerden im Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln auftreten
  • Wenn Schmerzen nachts auftreten

Blähungen

  • Wenn Blähungen länger als eine Woche anhalten oder immer wieder auftreten und mit anderen
  • Beschwerden, z. B. mit Durchfall, Fieber, Appetitlosigkeit etc., verbunden sind

Übelkeit und Erbrechen

  • Wenn blutig erbrochen wird oder das Erbrochene schwarz (wie Kaffeesatz) ist.
  • Wenn Übelkeit und Erbrechen wiederholt auftreten.
  • Wenn die Beschwerden länger anhalten

Durchfall/Verstopfung

  • Wenn Säuglinge oder Kleinkinder betroffen sind
  • Wenn die Beschwerden begleitet sind von Fieber, Übelkeit, Erbrechen
  • Bei massiv auftretenden Durchfälle
  • Wenn Durchfall länger als drei Tage besteht
  • Wenn der Stuhlgang schleimig, teerig oder blutig ist
  • Bei gewohnheitsmässiger Einnahme von Abführmitteln

Was können Sie selbst tun?

Reizmagen/Oberbauchbeschwerden

Das oberste Gebot bei derartigen Beschwerden lautet: Ruhe bewahren. Dies gilt sowohl für die Bewältigung des Alltags als auch in besonderem Masse bei der Einnahme der Mahlzeiten. Die Mahlzeiten selbst sollten nicht zu üppig ausfallen und stets gut temperiert sein (nicht zu heiss und nicht zu kalt). Alkohol, starke Gewürze, aber auch Hektik werden in der Regel schlecht vertragen. In akuten Fällen ist Schonkost anzuraten: leicht Verdauliches wie z.B. Haferbrei, Kartoffelpüree, Zwieback oder Bananen. Linderung verschafft auch Schafgarbentee (1 gestrichener Teelöffel auf 1 Tasse kochendes Wasser, 5 Minuten ziehen lassen).

Blähungen

Wohltuend wird stets ein feuchtwarmer Bauchwickel erlebt vor allem von Kindern, aber auch Fencheltee (1 gestrichener Teelöffel frisch gehackte Fenchelsamen auf 1 Tasse Wasser, kurz aufkochen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen).Bei Zuhilfenahme einer Wärmflasche ist darauf zu achten, dass sie nie zu heiss und nur mit einem schützenden Tuch umwickelt aufgelegt wird. Erleichterung verschafft auch folgende Massage: mit der warmen Handfläche im Uhrzeigersinn langsam über den Bauch streichen.

Übelkeit/Erbrechen

In diesen Fällen ist Fasten das Mittel der Wahl. Im akuten Stadium sollte man den Durst mit abgekochtem lauwarmem Wasser oder mit ungesüsstem Fenchel- oder Melissentee löschen. Erst wenn die Übelkeit und der Brechreiz nachlassen, kann man dem bestehenden Hungergefühl nachgeben und langsam mit Aufbaukost beginnen. Geeignet sind z.B. Schleimsuppen, Zwieback, getoastetes Weissbrot und zerdrückte Bananen. Milch und Milchprodukte sind zunächst zu meiden.

Verstopfung

Gehen die Beschwerden nicht mit einer anderen Erkrankung einher (z.B. Fieber, Mittelohrentzündung bei Kindern), liegt ihre Ursache häufig in mangelnder Bewegung, zu geringer Flüssigkeitsaufnahme (benötigt werden 2 bis 3 Liter täglich!) oder ballaststoffarmer Ernährung.
Oft hilft es, regelmässig vor dem Frühstück über Nacht in Wasser eingeweichte Dörrpflaumen zu essen oder ein Glas Wasser zu trinken. Quark und Joghurt lassen sich gut mit einem Esslöffel Weizenkleie pro Portion anreichern. Schokolade, Schwarztee und Weissbrot sind zu meiden, zu Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten aller Art dagegenwird geraten.
Empfehlenswert ist auch eine regelmässige, im Stehen oder Sitzen durchführbare Bauchgymnastik: die Bauchdecke (Unterbauch) abwechselnd anspannen und lockern. Die Übung ist richtig ausgeführt, wenn sich dabei die Atmung nicht verändert und ein gleichmässig «fliessendes» Sprechen möglich ist.

Durchfall

Von Bedeutung ist hier, verlorene Flüssigkeit und Salze zu ersetzen. Als Getränk eignet sich besonders ungesüsster Schwarztee. Im akuten Stadium ist von Mineralwasser, Limonade, Milch, Kaffee und frischen Obstsäften dringend abzuraten. Gut vertragen werden kleine Mahlzeiten aus frisch geriebenem Apfel, in Salzwasser gegartem Reis, Haferschleim, Salzstangen und Toast oder Zwieback.
Erst nach Abklingen der Beschwerden kann die Ernährung langsam wieder auf Normalkost umgestellt werden.