Eine moderate Erhöhung der Körpertemperatur wird subjektiv oft gar nicht wahrgenommen. Beim raschen Fieberanstieg hingegen erlebt der erkrankte Mensch zunächst ein „Frösteln“, das bei einem raschen und starken Temperaturanstieg in einen richtigen Schüttelfrost übergehen kann.
Die „Solltemperatur“ wird verstellt, der Körper reagiert darauf und erhöht die Wärmeproduktion. Da die neue Solltemperatur noch nicht erreicht ist, wird die aktuelle Temperatur als zu kalt erlebt. Erst wenn die Fieberspitze erreicht ist, wird Fieber als „Wärme“ erlebt, die Gefässe erweitern sich, die Peripherie wird warm und der Patient beginnt zu schwitzen. Fieber ist eine aktive Leistung des erkrankten Menschen und wird nicht passiv von aussen bedingt.
Es gibt keine einheitliche Definition, ab welcher Körpertemperatur Fieber als solches zu bezeichnen ist. Allgemein ist es jedoch üblich, ab einer rektal gemessenen Körpertemperatur von 38,0 bis 38,5 Grad Celsius von Fieber zu sprechen. Meist empfinden Eltern bei ihren Kindern auch Temperaturen unter 38 °C schon als Fieber.
Die normale Körpertemperatur eines Kleinkindes liegt zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Babys haben stets eine leicht höhere Temperatur als ältere Kinder und bei jedem steigt sie im Verlauf des Tages an und sinkt nach Mitternacht. In der Regel spricht man von Fieber bei einem Baby, wenn es mehr als 37.7 Grad Celsius am Morgen oder mehr als 38,3 Grad am Abend hat.
Normalerweise stellen Sie Fieber durch Berühren der Stirn oder Küssen der Augenbrauen des Babys fest. In drei Viertel aller Fälle kommen Eltern so zu einer korrekten Einschätzung. Für die genaue Temperatur verwenden Sie den Thermometer. Für Kinder unter drei Jahren sollten Sie keines verwenden, das man in den Mund steckt. Am besten ist die rektale Messung im Po. Sie ist genauer als die Messung in der Achselhöhle. Dort wird etwa ein halbes Grad zu niedrig gemessen, rechnen Sie es also am Schluss dazu.
Grundregel: Sie sollten rasch einen Arzt aufsuchen, wenn das Fieber länger als drei Tage dauert oder die Temperaturen in folgende Bereiche steigen:
Wichtig: Bewahren Sie Ruhe, auch wenn das, was Sie sehen, beunruhigend ist! Bei einem Fieberkrampf steigt die Temperatur Ihres Kindes plötzlich schnell an. Es kann auch bleich und steif werden, zuckt unkontrollierbar und wird vielleicht sogar kurz ohnmächtig. Ein solcher Fieberkrampf sieht beängstigend aus, schadet dem Kind aber nur selten. Normalerweise dauert ein der Krampf 20 bis 30 Sekunden. Halten die Zuckungen länger als vier Minuten an, sollten Sie einen Notarzt anrufen oder mit dem Baby sofort ins Krankenhaus.
Versuchen Sie nicht, das Baby während des Krampfs festzuhalten oder die Zuckungen zu unterdrücken! Lockern Sie seine Kleidung und nehmen Sie ihm den Schnuller oder die Flasche aus dem Mund. Auch ein krampflösendes Zäpfchen, das Sie rektal geben, kann helfen.