Fragen und Antworten

Sinne pflegen - Reizüberflutung vermeiden

Babys sind in ganz besonderer Weise "Sinnesorgane". Sie horchen in die Welt hinein und nehmen Dinge war, von denen wir nichts wissen. Wichtig ist dabei ganz besonders, dass wir ihrem "Entdeckerdrang" unter liebevoller Aufsicht Raum lassen. Erfahren und entdecken ist nämlich immer mit Gefühlen verbunden. Fühlen sich Kinder ständig gebremst, so verlieren sie die Freude an diesen spielerischen Tätigkeiten und werden in der natürlichen Entwicklung ihrer Sinne gestört. 

Die Sinneswahrnehmung vom Baby zum Kleinkind verändert sich fortlaufend. Mit zunehmendem Alter lernen Kleinkinder, sich Stück für Stück abzugrenzen, sind nicht mehr nur "Sinnesorgan", das sensibel in die Welt hineinhorcht.

Im Alter von 2 bis 4 Jahren wird mit der Entwicklung des eigenen Willens auch das Thema "Reizüberflutung" aktuell. Eltern tun gut daran, hier sehr aufmerksam zu sein, denn es gilt, die Balance zwischen Unterforderung und Überforderung zu halten. Worum geht es konkret?

Zuwendung für eine Sache...
Nehmen wir zur Veranschaulichung ein Modewort von heute: "Multitasking". Es  bezeichnet die Fähigkeit, gleichzeitig verschiedenste Aufgaben zu erledigen. Wir sollen also im selben Moment telefonieren, kochen, Musik hören, den online- Chat im Auge behalten und gedanklich bei den Kindern sein. Geht das? Können wir als Erwachsene der Vielfalt der Ansprüche so gerecht werden? Die realistische Antwort lautet: Kaum. Denn je mehr wir uns "aufspalten", desto schwächer ist die Energie und Zuwendung, die wir jedem einzelnen Bereich widmen können. Genau dasselbe gilt - und in noch viel stärkerem Masse - für Kinder. Spielende Kinder, die sich in eine Aufgabe vertiefen, sind ganz bei sich: Wir können beobachten, dass sie das, was sie TUN, auch SIND. Tun und Sein fallen zusammen. Kinder vermögen unbewusst einen Zustand zu erreichen, den Erwachsene sich durch lange meditative Praxis aneignen müssen. So gibt es also eine einfache Grundregel: Kleinkinder sollen immer eines tun - das aber ganz.

... und die äusseren Reize begrenzen.
Ganz besonders gilt das auch für Babys, denn sie sind noch ganz "Sinnesorgan" und vielen Reizen ausgesetzt: Wir müssen mit ihnen durch Verkehrslärm spazieren, um zum nächsten Park zu kommen, beim Einkaufen empfängt uns Dauerberieselung durch Musik, die Kinderzimmer sind bunt und übervoll, weil es alle Verwandten gut meinen. Es ist nicht immer leicht, den richtigen Weg zu finden, doch an manchen Stellen können wir unsere Babys vor zu viel Reizen schützen, auf die sie empfindlich reagieren. Sie brauchen verlässliche Rituale und einen ruhigen, regelmässigen Tagesablauf mit einem gesunden Mittelmass zwischen Aktivität und Entspannung, zwischen Zuwendung und Ruhe. Dann hat Stress, der zunehmend auch als ernstes Problem bei Kindern in der Form von Magen-Darm-Problemen, Einschlafstörungen oder Kopfschmerzen auftaucht, keine Chance.

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