Ein Baby ist vor allem eines: Sinnesorgan. Fasziniert beobachten wir manchmal, wie Babys in die Welt hinein horchen und Dinge wahrnehmen, von denen wir nichts wissen. Auch wenn die Sinne des Babys noch ganz unterschiedlich ausgeprägt sind - sie sehen zum Beispiel noch nicht besonders gut, dafür ist ihr Tastsinn sehr fein ausgeprägt - so liegt es doch an den Eltern, die Entwicklung der Sinne zu unterstützen und zu fördern. Dies kann draussen und drinnen geschehen! Seien es Türmchenbauen , Matschen im Sandkasten oder Fingerspiel-Klassiker wie "dies ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen..." - all diese Beschäftigungen fördern das Kind in seiner Entwicklung. Ganz wichtig: Auch der kleinste Krümel ist für ein Baby entdeckenswert - lassen wir also unter liebevoller Aufsicht dem Tun Raum und bremsen wir nicht immer. Denn Lernen ist immer mit Gefühlen verbunden. Fühlen sich Kinder gebremst, verlieren sie die Freude am Entdecken und die Lust am Lernen.
Der Gleichgewichts- und Bewegungssinn wird angeregt durch wiederkehrende und gleichmässige Bewegungen; sei es durch Wiegen im Arm, Wippen oder leichtes Schaukeln. Erlebt ein Baby regelmässig Bewegung auf diese Art und Weise, so wird es einfacher krabbeln, stehen und gehen lernen.
Das Gehör von Babys und Kindern ist besonders empfindlich - alles, was sie hören, beeinflusst die eigene Sprachentwicklung. Besonders wichtig ist es deshalb, nicht in eine eigene Baby-Sprache zu verfallen. Geschichten vorlesen, etwas erzählen oder rhythmisch Kinderverse- und Reime vorzusagen hilft unseren Kleinsten, ihr Gehör und ein Gefühl für Rhythmus und die Schönheit der Sprachmelodie zu entwickeln. Versuchen Sie es einmal mit den folgenden Kinderreimen, die gut zur Jahreszeit passen und bewegen Sie dabei spielerisch Füsse und Hände Ihres Babys:
ABC, die Katze lief im Schnee
ABC, die Katze lief im Schnee,
und als sie wieder rauskam,
da hat sie weisse Stiefel an
Oh jemineh, oh jemineh,
die Katze lief im Schnee
ABC, die Katze lief zur Höh
Sie leckt ihr kaltes Pfötchen rein
und putzt sich auch das Näselein
und ging nicht mehr, und ging nicht mehr
und ging nicht mehr in den Schnee hinein
Hurra, es schneit!
Es schneit, hurra, es schneit.
Schneeflocken weit und breit.
Ein lustiges Gewimmel
kommt aus dem grauen Himmel.
Was ist das für ein Leben.
Sie tanzen und sie schweben.
Sie jagen sich und fliegen,
der Wind bläst vor Vergnügen.
Und nach der langen, langen Reise,
da setzen sie sich leise
aufs Dach und auf die Strasse
und frech dir auf die Nase.
Fühlen, tasten und berühren: Babys erkunden ihre Welt zunächst vor allem über den Tastsinn. Alles will berührt werden - mit Fingern, Händen, Füssen und dem Mund. Man kann durchaus sagen: Die ganze Welt entsteht in kleinen Händen und in der Berührung unterschiedlichster Dinge, der Tastsinn prägt das Gefühl für den eigenen Körper und Geist. Aber auch Berührungen durch Mutter und Vater, durch sanfte Worte und kleine Gesten, durch eine sanfte Massage nach einem Bad, sind wahre "Entwicklungshelfer". Sie helfen dem noch "grenzenlosen" Baby, das ganz auf die Zuneigung der Welt angewiesen ist, sich zurechtzufinden. In dieser Geborgenheit erlebt es einen schützenden Raum und entwickelt allmählich ein Grundvertrauen in die Welt.