Aktiver Artenschutz: Arnika

Ist die Wildsammlung bewährter Heilpflanzen vertretbar? Ja, wenn nachhaltig und kontrolliert geerntet wird. Ist der Anbau nicht die bessere Alternative? Sicher, wenn immer das möglich ist. Es gibt aber auch einen dritten Weg: Indem das natürliche Umfeld von Wildpflanzen durch gezielte Pflege gefördert wird. Weleda beschreitet diesen Weg mit dem Arnika-Projekt in den französischen Vogesen. Und stärkt damit die Verbreitung einer wertvollen Heilpflanze.

Die Vorgeschichte: In den Vogesen finden sich aussergewöhnliche Standorte von Arnica montana. Durch die zunehmende touristische und landwirtschaftliche Nutzung dieser Landschaft von europäischer Bedeutung wurde die Wildernte und der Weiterbestand der Arnika im vergangenen Jahrzehnt ernsthaft gefährdet. Beobachtungen zeigten beispielsweise, dass sie schon nach wenigen Kunstdüngergaben auf die Hochweiden verschwand. Auch auf zu starke Beweidung reagierte sie sehr empfindlich. Bei Verwilderung der Flächen durch mangelnde Nutzung verschwand sie ebenso, denn die Verbuschung entzieht ihr das Lebenselixier Licht.

Weleda entwickelte Strategien für eine nachhaltige Nutzung. In Zusammenarbeit mit der Universität Metz, den umliegenden Gemeinden, den Vertretern des Naturschutzparks und den Pächtern des Landes übernahmen wir vor sieben Jahren eine 14 Hektar grosse Parzelle, deren Arnikabestand fast verschwunden war. Die extensiven Pflegemassnahmen zeigten schon bald ermutigende Resultate: Die Arnica montana kehrte zurück, die Pflegearbeit sichert offenbar eine langfristige Heilpflanzengewinnung.

Und, was vielleicht noch wichtiger ist: Der Gegensatz zwischen wirtschaftlicher Nutzung und Landschaftspflege wird aufgehoben. Oder, wie es Projektleiter Laurent Alnot ausdrückt: "Der Mensch ist der entscheidende Akteur in der Frage nach der Biodiversität - dieser Verantwortung kann er sich nicht entziehen. Er wird seine Gestaltungsaufgabe im positiven Sinn wahrnehmen müssen."