Die Sammler haben sich schon am frühen Morgen auf den Weg gemacht. Jetzt ist es Mittag. Eine glühende Sonne lässt ihre Bewegungen schwerer werden. Bedächtig zieht die Gruppe von sechs Männern durch das karge Bergland bei San Antonio, nahe der südperuanischen Stadt Arequipa. Mit Hacke und blossen Händen wird die trockene, sandige Erde im Wurzelbereich der Ratanhiapflanzen abgegraben. Sobald die feinen, weit verzweigten Sekundärwurzeln sichtbar sind, werden sie von der dicken Pfahlwurzel mit Macheten abgetrennt und in die umgehängten Säcke gefüllt. Bald kehren die Sammler ins Dorf zurück, schütten die braunroten Wurzelstücke aus den Säcken und legen sie zur Trocknung in die Sonne.
Auch hinter diesem Stimmungsbild steht eine Geschichte: Seit über vier Jahrzehnten bezieht Weleda die Wurzeln der Ratanhia aus Peru und verwendet deren alkoholischen Auszug in den beliebten Ratanhia-Produkten für die Mundpflege. Als traditionelle Heilpflanze der Andenvölker wird sie aber auch in die ganze Welt exportiert, was ihre Existenz zunehmend bedroht.
Weleda engagiert sich in Peru durch eine nachhaltige und sozialverträgliche Wildsammlung der Ratanhia und versucht eine Kultivierung der Pflanze - in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort. Weleda bezahlt den Sammlern für ihre schonende und aufwändige Erntearbeit, welche die Pflanze auch im nächsten Jahr gedeihen lässt, einen höheren Preis. Gleichzeitig speist Weleda mit jedem Kilo gesammelter Wurzeln einen Fonds für weitere Forschungen. Die Ratanhia ist ein Beispiel für viele Artenschutzprojekte, die wir zum Teil gemeinsam mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) gezielt fördern.