Zurück zum Schwangerschaftskalender | 36. Woche

Kraft tanken

Seit Beginn der Schwangerschaft bereitet sich Ihr Körper auf die Geburt vor. Nun sind es nur noch wenige Wochen. Umso wichtiger ist es, jetzt Kraft zu tanken – körperlich und mental. Vertrauen Sie sich und Ihrem Körper.

Sich seiner eigenen Kräfte bewusst werden

Die Geburt rückt näher und vermutlich kreisen Ihre Gedanken oft um die Geburt. Wenn es im Bauch oder Rücken zieht oder drückt, kommt schnell der Gedanke auf, ob das vielleicht schon Wehen sind? In dieser Zeit ist es gut, sich noch einmal seiner eigenen Kräfte und Ressourcen bewusst zu werden. Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir Kräfte mobilisieren können, die wir im Alltag nie brauchen und in der Regel auch nicht kennen. Es sind Reserven für besondere Fälle. Jeder Mensch besitzt sie – auch Sie! Vertrauen Sie darauf.

Der Körper weiss, was er tut

Auf der körperlichen Ebene ist alles so vorbereitet, dass das Wunder der Geburt starten kann. Die Geburt ist für den Körper auch ein biochemischer Prozess, es ist ein Zusammenspiel von Hormonen und Botenstoffen. Reaktionen und Aktionen. Und ganz ohne unser Zutun geht alles den Weg, den es braucht, um ein Kind zu gebären. Unser Gehirn weiss wie alles geht. Und: Ihr Kind weiss es auch! Schmerzen, welche die Wehen mit sich bringen, sind nichts Schlimmes. Unser Körper und unser Denken sind so konstitutioniert, dass wir Schmerz immer als ein Alarmsignal des Körpers verstehen. Das ist bei der Geburt anders. Wehen tun weh. Doch der Schmerz ist hier als Helfer zu betrachten. Als Unterstützer, der uns instinktiv ein Verhalten einnehmen lässt, mit diesem Schmerz zu arbeiten. Trotz des Schmerzes wird es möglich sein, dass es uns eine Weile auch mit dem Schmerz gut gehen wird. In Übergangsphasen wird es so sein, dass eine Haltung oder eine Bewegung, die gerade noch gut war, nicht mehr die Richtige sein wird. Vertrauen Sie auf sich und auf die Menschen, die Sie begleiten. Gemeinsam lässt sich in eine gute Wehenarbeit kommen.

Mentale Stärkung

Vielleicht überlegen Sie sich ein paar Worte oder ein Mantra, das Ihnen dieses Wissen wiedergibt. Schreiben Sie es sich an den Badezimmerspiegel, an die Kühlschranktür oder ans Bett. Und verinnerlichen Sie, dass Sie Kraft und Ressourcen haben, die Geburtsarbeit gemeinsam mit Ihrem Kind zu meistern. Es ist eine gute Idee, das Mantra den Menschen zu sagen, die Sie bei der Geburt begleiten. Denn es wird Phasen geben, in denen Sie bei der Geburt erschöpft sind, vielleicht verzweifelt sind oder aufgeben wollen. Das sind Momente, in denen es gut tut kraftgebende Worte zu hören.

Es ist Ihre Geburt. Die Geburt Ihres Kindes, Ihrer Familie. Es ist egal, wie andere Menschen darüber denken. Wichtig ist, dass es Ihnen gut geht. Sie müssen sich keinen Normen unterwerfen und Sie können nichts falsch machen. Alles was kommt, ist gut und Ihr Weg, Ihr Baby zu gebären.

In sich gehen und über Ängste sprechen

Gehen Sie noch einmal in sich und denken Sie an den Geburtsort, den Sie gewählt haben. Es ist ein Ort, an dem Sie sich sicher und geborgen fühlen können und wo Loslassen und Entspannung möglich ist. An dem Menschen sein werden, denen Sie vertrauen können. Überlegen Sie, wer Sie zur Geburt begleitet. Sind es die Menschen, die Ihnen vertraut sind, bei denen Sie sich fallen- und gehenlassen können? Möchten diese Menschen Sie tatsächlich begleiten oder kommen sie mit, da sie ein besonderes Pflichtgefühl Ihnen gegenüber haben? Gibt es Gedanken zur Geburt, die Ihnen Angst oder Sorgen machen, weil Sie vielleicht etwas gehört oder gelesen haben? Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme darüber. Auch wenn es Ihnen vielleicht unangenehm ist. Ausgesprochene Ängste und Sorgen werden Sie und Ihr denken unter der Geburt nicht belasten.

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