Fragen und Antworten: Wie steht Weleda zum Thema Verpackung?

Verpackungen stehen immer stärker im Fokus. Da wir ein nachhaltiges Unternehmen sind, liegt uns dieses Thema besonders am Herzen. Wir suchen stets nach besseren Lösungen, und müssen dabei verschiedene Kriterien berücksichtigen: die Gewährleistung stabiler Produkte, die Anwenderfreundlichkeit sowie Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Schadstofffreiheit.

Für unsere Naturkosmetik sind wir auf Verpackungen angewiesen, die das Produkt gut schützen. Dadurch können wir auf künstliche Konservierungsmittel und Antioxidantien verzichten.

Welche Art von Verpackungen setzt Weleda ein?

Hierfür stehen uns Aluminium-, Glas- und verschiedene Kunststoffverpackungen zur Verfügung, sowie in manchen Fällen Umkartons aus hundertprozentigem Recyclingpapier. Betrachtet man die derzeit am Markt verfügbaren Verpackungslösungen, gibt es wohl keine, die in jeder Hinsicht optimal ist. Deshalb müssen wir abwägen, für welches Produkt die jeweiligen Materialien geeignet sind, und welche Vor- und Nachteile sie haben.

Warum verwendet Weleda Plastik-Verpackungen?

Da wir Naturkosmetik herstellen und auf den Einsatz von künstlichen Konservierungsmitteln und Antioxidantien verzichten, müssen wir unsere sensiblen Rezepturen gut schützen.
Glasbehälter sind für viele unserer Produkte nicht geeignet. Eine gute Entnahme des Produktes ist mit solchen Verpackungen oft nicht möglich, und es kann leichter zu mikrobiellen Verunreinigungen kommen. Deshalb können wir diese nur bei wenigen Produkten einsetzen, z.B. den Weleda Körperölen.

Von Aluminiumtuben möchten wir wegkommen, da die Gewinnung von neuem Aluminium grosse Umweltschäden verursacht. Recyceltes Aluminium lässt sich nicht für Tuben verwenden.

Das ist bei uns der aktuelle Stand zu diesem Thema. Wir arbeiten aber an Lösungen, um erdölbasierte Kunststoffe mit besseren Materialien zu ersetzen: zum Beispiel mit Biokunststoff (der aber GVO-frei sein muss).* Sobald wir etwas Besseres finden, das in der Praxis funktioniert, werden wir es umsetzen.

Zwischenzeitlich wollen wir den Anteil an recyceltem Material in unseren Packmitteln so weit wie möglich anheben.

* GVO: Genetisch Veränderte Organismen

Ist Glas nicht die bessere Lösung?

Glas ist luftundurchlässig, sehr gut recycelbar und kann als natürliches Material problemlos entsorgt werden. Es stellt für einige Weleda Produkte, zum Beispiel für die Weleda Körperöle, ein geeignetes Verpackungsmaterial dar. Für Produkte mit festerer Konsistenz sind Glasverpackungen jedoch nur bedingt geeignet, da sich die Entnahme schwierig gestalten kann. Glas kann ausserdem leicht zerbrechen. Deshalb verwenden wir es nicht für Babyprodukte. Ebenso verbraucht Glas bei der Herstellung viel Energie und - da es ein hohes Eigengewicht hat - auch beim Transport.

Wieso reduziert Weleda Aluminiumverpackungen?

Aluminium war lange das beste Material, um Produkte mit besonders sensiblen natürlichen Inhaltsstoffen zu schützen. Aluminiumtuben werden traditionell für Arzneimittel, Kosmetikprodukte und Lebensmittel eingesetzt. Für Tuben kann aber leider kein recyceltes Aluminium verwendet werden, da es dafür zu spröde ist. Die Gewinnung von neuem Aluminium verursacht grosse Umweltschäden, für die es bis heute noch keine gute Lösung gibt.

Deshalb möchten wir den Einsatz von Aluminium deutlich reduzieren. Wir setzen es nur noch für Produkte ein, deren Verpackung einen besonders guten Schutz leisten muss. Auch in solchen Fällen werden wir auf Tuben mit Aluminium-Barriere-Laminat (ABL) umstellen, deren Aluminiumanteil viel geringer ist.

Wieso gibt es noch zusätzliche Verpackungen wie Umkartons bei den Körperölen oder eine Plastikfolie bei den Duschgels? Was braucht es, damit diese eingestellt werden?

Bei Glaspackmitteln dienen die Umverpackungen aus Karton als Schutz für das Glas und als Erstöffnungsschutz für den Kunden. Sie bestehen zu 100 Prozent aus Recycling-Material.
Die Plastikfolie bei den Duschen dient ebenfalls dem Erstöffnungsschutz.

 

Es gibt doch bereits Biokunststoffe. Wieso verwendet Weleda diese nicht?

Biokunststoffe sind eine neuartige Entwicklung, die uns wirklich begeistert. Im Augenblick arbeiten wir mit unseren Lieferanten an Verpackungslösungen auf Basis dieses Materials.

Wir haben hohe Anforderungen an Biokunststoffe: Sie dürfen nachweislich keine negative Wirkung auf die Lebensmittelproduktion haben, und dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthalten. Ausserdem müssen sie sich gut recyceln lassen und es darf keine Abforstung für deren Produktion stattfinden.

Gute Lösungen, die all diese Kriterien erfüllen, stehen bislang nicht am Markt zur Verfügung.

Einen Biokunststoff, der für unsere Verpackungen potentiell in Frage käme, gibt es jedoch, nämlich Bio-HDPE. Allerdings sind die Möglichkeiten für den Einsatz von Bio-HDPE derzeit begrenzt, u.a. da die Barriere-Eigenschaften des aktuell verfügbaren Materials noch nicht sehr gut sind. Da unsere natürlichen Inhaltsstoffe mehr Schutz benötigen als konventionelle Kosmetika, werden wir die Eigenschaften dieses Materials anpassen müssen.

Als Mitglied der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL, www.aoel.org) engagiert sich Weleda bereits seit mehreren Jahren für die Suche nach geeigneten kompostierbaren Biokunststoffen und biologisch abbaubaren Kunststofflösungen. Wir haben unseren Wunsch nach belegbar GVO-freien Biokunststoffen in der Branche deutlich gemacht und freuen uns auf weitere Entwicklungen auf diesem Gebiet.